Unter Träumen

Montagsnächte-Trilogie 3

Lebensanfang und Lebensende hatten sie schon immer fasziniert. Alles fing an, wandelte sich, hörte auf. Es veränderte sich im Laufe der Zeit, wurde zu etwas Neuem oder verschwand ganz. Was ist unter unseren Träumen, fragte sich Ania ab und zu, unter unseren Träumen, die da sind, uns nah sind, immer? Unser wahres Leben vielleicht?

Spätsommer 2016. Beinahe 30 Jahre ist es her, seit die Mauer fiel, Ania Hochlinger an den Montagsdemonstrationen in Leipzig teilnahm und in der Nikolaikirche ihrer ersten Liebe Bernd wiederbegegnete. Ania, eine so starke wie suchende Frau in der Mitte ihres Lebens, wird jäh mit dieser Vergangenheit konfrontiert, als sie von Bernds Freitod erfährt und in das gemeinsame Heimatdorf im Südharz zur Bestattung fährt. Warum wollte Bernd sterben? Und was hat sein Tod mit Ania zu tun?

Kathrin Wildenberger lässt mit „Unter Träumen“ ihre Montagsnächte-Trilogie in der Gegenwart enden. In der Wiederbegegnung mit den Protagonisten aus „Montagsnächte“ und „ZwischenLand“, denen einst blühende Landschaften versprochen worden waren, finden sich Antworten auf Fragen, die seinerzeit so groß vor ihnen standen wie ihre Träume.

Verlag duotincta 2022
ISBN 978-3-946086-78-9
19,00 Euro

Stimmen zum Buch

In gewisser Weise wird gerade diese Geschichte einer so verstörenden Beerdigung zu einer Geschichte, die wie unterm Brennglas zeigt, was aus diesem mittlerweile so fernen Herbst 1989 geworden ist. Für viele. Auch für die Wagemutigen, die dabei waren und die Sache tatsächlich ins Rollen brachten, weil sie das Festgezurrte und Betonierte einfach nicht mehr aushielten. Denn sie hatten und haben allesamt ihre Verwandten und einstigen Freunde und Schulkameraden in der Provinz und müssen zwischen Welten hin und her pendeln, die verschiedener kaum sein können.Man vergisst ja so schnell, dass Städte wie Leipzig Inseln sind in einer Landschaft, in der das Schweigen allgegenwärtig ist, verbunden mit Misstrauen, Angst vor Veränderung und dem Gefühl, abgehängt und vergessen zu sein. Eine ungute Mischung. Aber Realität. Wahrscheinlich nicht mal nur ostdeutsche Realität. Aber hier mit Händen zu greifen.

Ralf Julke, Leipziger Internet-Zeitung, Juni 2022


Für mich ist dieses Buch das intensivste, der Bezug zu den Charakteren ist persönlicher geworden, ob es die Qual der psychischen Erkrankung ist, die Rastlosigkeit in einer Welt, wo es vielleicht nicht für jeden den richtigen Platz gibt oder auch politische Überzeugungen, die verwirren und erschrecken. Die innere Zerrissenheit, die manchen dazu zwingt, Wege zu gehen, die nicht immer zum Ziel führen, die Freunde und Geliebten, die oft nur zuschauen können – all das zeigt sich teilweise schonungslos aber auch hoffnungsvoll. Das Leben ist nunmal ein Abenteuer. Das Buch nimmt den Leser mit auf einen Teil der Reise, spannend und traurig, vertraut und einfach nur schön.

aus einer Rezension auf Amazon.de


In großer Offenheit und ziemlich ungeschönt blickt die Autorin vor und hinter die Fassaden der einzelnen Personen, zeigt ihre Wünsche ans Leben und was letztendlich daraus geworden ist auf. Neben den ganzen privaten Problemen, Geheimnissen und Träumen findet auch das politische Geschehen einen kleineren Raum. Für mich ein sehr gelungener Abschluss und in meinen Augen das beste Buch dieser Reihe.

aus einer Rezension auf hugendubel.de


Ein gut zu lesender Roman für alle, die Gegenwartsromane mögen, die gesellschaftliche und zwischenmenschliche Sachen behandeln, sie darstellen und hinterfragen und keine geschönten Darstellungen des Lebens und des Miteinanders präsentieren.

aus einer Rezension auf Amazon.de


Ania erfährt vom Freitod ihrer Jugendliebe und kehrt zurück in ihr Heimatdorf zur Beerdigung. Sie macht sich auf die Suche nach der Ursache, begegnet ihrer Familie neu, ihrer alten Freundin und Bernds Partnerin. Es fügen sich einige Puzzleteile aneinander. Das Buch besteht aus der Erzählung in der Gegenwart, Rückblenden und Bernds Tagebucheinträgen die er seiner Nachwelt hinterlassen hat. So kann der Leser den Geschehnissen und Verstrickungen gut folgen. Das Buch ist der letzte Teil einer Trilogie, war aber auch ohne Vorkenntnisse gut verständlich.

aus einer Rezension auf bücher.de